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MeToo MiToo MieToo MeTu MiTu MieTu MeTo MiTo MieTo Me2 Mi2 Mie2
So unterschiedlich „mietu“ phonetisch deutsch/englisch/denglish geschrieben werden kann, so unterschiedlich sind die Formen sexueller Gewalt oder sexueller Belästigung oder sexueller Nötigung oder von sexuellem Missbrauch (wie unterscheiden sich diese Taten eigentlich genau voneinander – wie ist die strafrechtliche Abgrenzung?).
Wie wäre es mit „beide müssen es wollen“, sonst ist es strafbar?
Wie drückt sich „wollen“ bzw. „nicht wollen“ aus?
  • NEIN – ist klar „nicht wollen“ – war aber immer schon so und eine Übertretung des NEIN war und ist immer schon strafbar.
  • Nichts sagen bzw. zeigen – ist ganz klar „wollen“ oder „nicht wollen“ – danach (z.T. nach Jahren / Jahrzehnten) auf „nicht wollen“ zu plädieren, halte ich für zumindest fragwürdig.
  • JA - ist klar „wollen“ – war aber immer schon so – kann aber im Nachgang nicht bewiesen werden.
Kommt es zur einvernehmlichen Aufnahme sexueller Aktivitäten und es stellt sich heraus, dass ein Partner Praktiken bevorzugt, welche der andere nicht präferiert, kommt es zum NEIN bei vorausgegangenem JA. Vor der Aufnahme sexueller Aktivitäten sollte also der zu praktizierende Rahmen abgesteckt werden, damit es zu keinem NEIN im JA kommen kann, welches nachträglich strafrechtliche Konsequenzen haben könnte.
Hier kann die schwedische Lösung einer Einverständniserklärung bzw. eines Vertrages vor der Aufnahme sexueller Aktivitäten eine Lösung sein.
Selbstverständlich müssen alle Verträge zwischen potentiellen Sexualpartnern geschlechtsneutral formuliert werden, da sexuelle Handlungen zwischen allen Geschlechtern stattfinden können. Bei der Beschreibung der von jedem Partner „angebotenen“ Sexualpraktik ist zwischen aktiver und passiver Rolle zu unterscheiden.
Allerdings sind auch beim Vertragssex noch einige Fragen zu klären:
  • Muss der Vertrag in zweifacher Ausgabe ausgefertigt und unterschrieben werden, damit jeder Partner einen Durchschlag besitzt und eine nachträgliche einseitige Änderung unmöglich wird?
  • Darf der Vertrag nachträglich angepasst werden, wenn beide mehr wollen, als vorab angekreuzt wurde?
  • Wie lange gilt der Vertrag – nur für die nach Vertragsabschluss unmittelbar bevorstehende sexuelle Aktivität oder gibt es ein Zeitfenster?
  • Besteht ein Recht auf Ausübung aller vorab angekreuzten Sexualpraktiken?
  • Wenn nicht alle angekreuzten Praktiken ausgeübt wurden, begeht die nicht vertragstreue Partei dann Vertragsbruch und wird somit schadensersatzpflichtig?
  • Ist so ein Vertrag nicht grundsätzlich sittenwidrig?
  • Wer hat nach den vorausgegangenen Vertragsverhandlungen überhaupt noch Lust auf Vertragserfüllung?
  • Gibt es eine Sex-Vertrags-App für die Generation Smartphone und wer darf die erfassten Daten wie nutzen?
  • Ist ein Kurzvertrag "Ja, ich will!" mit zwei Unterschriften und Datum für den Kurzsex (Quickie) rechtlich ausreichend?
  • Wird der Sex-Vertrag verpflichtend für jede sexuelle Aktivität eingeführt?
  • Können sich Paare per Vertrag von der Sex-Vertragspflicht befreien?
  • Wie kann sichergestellt werden, dass kein Partner zur Unterschrift genötigt wurde?

Gar nicht so einfach, juristisch einwandfreien Sex zu haben.


Eingestellt 06.01.2018